Dienstag, 5. November 2013

Happy Diwali!

Wie von Teresa versprochen bekommt ihr jetzt meinen Bericht zum Diwali-Festival.
Nachdem uns im Büro zwei vollkommen verschiedene Geschichten aufgetischt wurden, was denn nun eigentlich gefeiert wird, habe ich mir den passenden Wikipedia-Artikel zu Gemüte geführt und festgestellt: Die Inder wissen selbst nicht so genau was sie feiern, es gibt mehrere Geschichten und je nach Region wird das Eine oder Andere gefeiert. Und hier in Mumbai ist mein sich anscheinend nicht ganz einig.

Geschichte Nr. 1:
Es geht um die Rückkehr von dem Gott Rama aus seinem 14-jährigen Exil im Dschungel. Da es dunkel war, haben die Menschen überall Lichter auf dem Weg aufgestellt, damit er sich nicht verläuft. Heute sind wohl die meisten Öllampen durch lebensgefährliche Feuerwerkskörper ersetzt worden.

Geschichte Nr. 2:
Der Gott Krishna hat einen Dämonen besiegt und dabei 16.000 Frauen befreit, die dieser Dämon befreit hat.

Das sind die Geschichten aus dem Hinduismus. Im Janaismus und bei den Sikh wird Diwali ebenfalls gefeiert, allerdings wiederum mit anderen Geschichten. Also wirklich mit dem Datum verknüpft scheint das nicht zu sein, es ist einfach nur ein Tag an dem gefeiert wird, und jeder sucht sich aus, was. Einig sind sie sich aber anscheinend darin, dass nach Diwali das neue Jahr beginnt und man sich beschenken sollte.


Jetzt aber zu unserem persönlichen Diwali:
Am Freitag früh sind wir in unseren neu erworbenen traditionellen Klamotten in Richtung meines Büros aufgebrochen, da dort ja die Diwali-Feier stattfinden sollte. Um 9 Uhr sollte es mit einem traditionellen Gebet beginnen, daher waren wir um 08:30 da, und tatsächlich nicht als die ersten :)

Kingking war schon da!

Und Carmem auch

Um 10 hat dann das Ritual angefangen. Trotz größerer Motivation hat es nur die Hälfte der Belegschaft bis dahin geschafft, der Rest ist kurz vorm Mittagessen eingetrudelt. In dem Ritual ging es wohl hauptsächlich um Sameer, meinen Chef, und seine Firma. Ich habe natürlich nicht so viel verstanden von dem Hindi, aber es wurden viele Pülverchen und Öle vermischt, Blumen und Obst hin- und hergelegt, Räucherstäbchen angezündet und mit Glöckchen geklingelt und zwischendurch musste Sameer dem Gott Laxmi die Adresse seiner Firma verraten, damit der den Reichtum auch an den richtigen Ort schickt. Es war auf jeden Fall sehr interessant und am Ende haben wir auch alle unseren gesegneten Inderfleck bekommen!

Unser "Zermonienmeister"?

All die wichtigen Zutaten

Und die Zuschauer!
Nach dem Ritual gab es dann ein ordentliches Mittagessen (für umsonst!), bei dem wir uns gut bedient haben. Lecker Butter-Knoblauch-Pfannkuchenbrot ("Butter Garlic Nan") mit allen möglichen Beilagen. Danach war dann "Spiel und Spaß" angesagt, das HR-Department (Ishita, im HR gibt es nur eine Person) hat einige Gesellschaftsspiele organisiert. Dabei sind die Emotionen quasi übergekocht!

NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN (Rizal); Langweilt mich (Greg)
Teresa und ich sind dann nach Hause um uns ein bisschen auszuruhen und wieder normale Kleidung anzuziehen. Natürlich nicht vor ein paar Gruppenbildern!



Und am Abend sind wir dann, wieder auf Kosten der Firma, mit fast allen Mitarbeitern und deren Anhängseln, ins Kino gegangen, um den Film "Krrish 3" anzusehen. Ich habe mir vorher den Trailer angeschaut und hab schon etwas Angst bekommen, dass ich hier eine extrem schlechte Mischung aus Iron- und Superman zu sehen kriege. Der Trailer deutet ganz klar darauf hin und auch ein als Spam ausgeblendeter Kommentar, der von allen indischen Youtubebesuchern extrem niedergemacht wurde, hat das bestätigt:

Krrish > Captain America, Stupidity, als Spam gekennzeichnet: Kritik bekommt den Indern nicht gut!
Der Film war natürlich auf Hindi und es gab auch einige der Bollywoodtypischen Tanz- und Gesangsszenen. Es gab wirklich keine storytechnischen Überraschungen oder Neuheiten in dem Film, aber man muss auch fairerweise sagen: Die gibt es auch in den Hollywood-Superherofilmen nicht. Also alles soweit bekannt, aber nicht komplett kopiert so wie auf Youtube vorgeworfen.
Der Film war zwischendurch etwas... naja unrealistisch und übertrieben. Man brauchte auch kein Hindi zu können um den Film zu verstehen - Aber ich fand es ganz nett. Am Besten haben mir die Straßen im Mumbai gefallen, die in dem Film gezeigt wurden: Keine Ahnung wo die das aufgenommen haben (vermutlich vorm Greenscreen), aber glatt asphaltierte Straßen ohne Rikschas und wenig Verkehr und gehupe gibt es hier definitiv nirgendwo :)

Am Samstag Abend fing dann die Feuerwerkszeit an und wir haben ernsthaft Angst bekommen, draußen rumzulaufen. 5jährige Kinder haben mit übertrieben Feuerwerkskörpern rumgespielt, in kleine Röhren geschmissen und dort hochgehen lassen. Splitterbomben für Anfänger - Aber die Eltern interessierts anscheinend nicht die Bohne. Wir sind dann wieder ins höchste Stockwerk, das ohne Fenster und nicht fertig gebaute, unseres Gebäudes gefahren und haben uns von da das Spektakel mit ein paar Bieren angesehen:


Alles in Allem war Diwali also für uns eine ganz schöne Erfahrung. Mal schauen, wo wir Weihnachten so verbringen können, denn da wird es hier wohl nicht so viel Stimmung geben :)



Sonntag, 3. November 2013

Teresa hat ihren Job!!!

Die Deutsche Schule Bombay hat sich zurückgemeldet und wollen mich als Praktikantin haben!!! Meine Fahrtkosten werden dabei von denen übernommen! Nach den Diwali Ferien, die bis zum 10. November gehen, fange ich dann an. Also am 11. November.

Ich freu mich schon seeeehhhr, nicht nur weil ich dann endlich was zu tun bekomme, sondern auch, weil ich es mega spannend finde wie so eine internationale Schule so aussieht. Die DSB International School ist anscheinend beides, eine Grundschule und eine weiterführende Schule in der es wohl deutsche und englischsprachige Klassen gibt, die aber später alle gemeinsam auf Englisch unterrichtet werden sollen. Wen es interessiert, hier ist einmal die Homepage der Schule, natürlich auch auf Deutsch verfügbar: http://www.dsbindia.com Mir fehlt meine Arbeit an der Diesterwegschule irgendwie, deswegen nehme ich jetzt auch gerne um 6 Uhr früh aufstehen in Kauf. Ist ja nicht für lange, außerdem krieg ich ja auch ein schönes Zertifikat dafür.


Bei Facebook gibt’s schon zwei Diwali Fotos (Diwali ist ein Lichterfest an dem der Sieg des Guten über das Böse gefeiert wird. Und irgendwie Ramas Heimkehr aus dem Exil. Hauptsächlich aber ist hier gute Stimmung, es ist seit Tagen rund um die Uhr Feuerwerk angesagt und alles blinkt und leuchtet wie verrückt. Patrick wird euch morgen oder übermorgen mal einen genauen Bericht mit Fotos geben, wie wir Diwali auf seiner Arbeit gefeiert haben!


Ich möchte an dieser Stelle erwähnen dass ich dem Auftrag meines Großvaters gefolgt bin und mir einen eigenen Sari gekauft habe und ihn sogar ganz allein ohne Hilfe angezogen hab (Waaaarum zur Hölle machen die das so kompliziert….), dank Patricks Downloads von Wie-ziehe-ich-einen-Sari-an-Videos aus dem Internet :-D Immerhin ist das Ding jetzt nicht auf ewig dazu verdammt in meinem Schrank zu hängen, sondern kann wirklich in Deutschland mal vorgeführt werden und ich kann einen Punkt auf meiner Indien To-Do-Liste abhaken: Lernen wie man seinen Sari bindet: Check.


Diese dämlichen bauchfreien Blusen die hier wirklich mindestens jede zweite Frau trägt (übrigens vollkommen unabhängig von der Frage ob sie mit 200 Kilo sowas tragen sollte…) haben Carmem und ich natürlich nirgendswo gefunden. Das sind ganz simple Shirts eigentlich, mit ziemlich weitem Rückenausschnitt, aber da muss es irgendwo ein geheimen Laden geben, wir haben uns wirklich totgesucht und rein gar nix gefunden. Der Stoff passend zum Sari, der extra für so eine Bluse vorgesehen ist, konnte uns der Schneider natürlich nicht in zwei Tagen fertig machen um die Diwali Zeit. Fazit: Ratlosigkeit und Zeitdruck, schließlich braucht man ja dieses bauchfreie Shirt…


Ich habe mich dann an mein Jahr Fashion Design auf der High School in Ohio erinnert und mir dieses dämliche Tshirt selbst genäht. Aus einer Leggings. Fragt gar nicht erst. Es hat kein Mensch bemerkt, dafür habe ich mir an dem Tag geschworen nie wieder per Hand ein Kleidungsstück zu nähen, ich hätte zwischendurch getötet für eine Nähmaschine. Naja, ich hatte ja Zeit am Tag… -.-


Das mit dem unregelmäßigen Posten, und problematischem Bilderhochladen hat sich jetzt hoffentlich bald erledigt, heute haben wir mir einen Internet-stick gekauft bei Vodafone. Ab morgen irgendwann sollte das Ding für drei Monate gehen.


Also freut euch auf schöne Fotos von Patrick
Alles Liebe,
Teresa

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Halloween, Sarikauf und die Dummheit der Inder

Ich halte mich ja immer etwas zurück, weil ich eigentlich nur dann schreiben will, wenn ich wirklich ein paar Fotos oder Stories zu einem Thema gesammelt habe. Natürlich, wie konnte es anders sein, ist das heute gleich drei Mal passiert.
Meine Fotoserie zu "Warum ich Inder dumm finde" hat genug Fotos, wir waren unterwegs um einen Sari und eine Kurta zu kaufen und im Büro haben sich einige für Halloween verkleidet. Fangen wir mal von hinten an:

Da heute Halloween ist, wurde uns gesagt, dass wir uns verkleiden sollen. Da natürlich keiner von den Praktikanten bereit ist, dafür Geld auszugeben, und natürlich keiner etwas dabei hat, ist hier kaum jemand tatsächlich verkleidet. Ich hab mich einfach mal in meine Lederhosn geschmissen, die ich ursprünglich für AIESEC-Veranstaltungen dabei hatte. Von den 30-40 Leuten die hier arbeiten haben sich eine Handvoll weitere irgendwas angezogen:

KingKing als "Girl from The Ring" (siehe nächstes Foto) und Gunjan als.. Frau im Bademantel

Alle Verkleideten

Mitesh (r) ist der Meinung, dass er immer extrem gut sitzende Hemden und Krawatten trägt (noooot at all!) und hat sich deswegen als "Casual" verkleidet

Mikolaj war auch eher faul

Da hier jetzt die Diwali-Zeit anfängt, die anscheinend wichtigste Festivität der Inder, haben wir uns aufgemacht, um für die Office-Diwali-Party traditionelle indische Kleidung zu kaufen. Diwali ist hier eine Mischung aus Weihnachten und Neujahr, da in irgendeiner spirituellen Art das Jahr von neuem beginnt und man sich reichlich beschenkt.
Wir haben nicht nur Saris für Teresa und Carmem gefunden, sondern auch eine Kurta für mich. Das ganze sieht zwar eher aus wie ein Schlafanzug auf dem Foto, aber in echt sieht es sogar ein bisschen festlich aus. Ich bin ein bisschen neidisch auf die Frauen, weil deren traditionellen Kleider eigentlich immer ziemlich gut aussehen während die für Männer meistens im Vergleich eher langweilig sind (Dirndl --> Lederhosn; Sari --> Kurta)

Der Markt ("Lokhandwalla") ist schon für Diwali geschmückt

Teresas Sari (natürlich später ohne weißes Tshirt)

Carmems Sari

Mein Schlafanzug :) Ich brauche übrigens Hosen in XL, in die ich oben mindestens zwei mal reinpasse. Aber meine Waden sind zu dick für L..
Vermutlich noch nie gesehen: So sieht ein Sari aus, wenn er nicht grad getragen wird!
Und jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsthema: Doofe Inder! Falls irgendjemand irgendwie über Google Translate oder so mitliest: Es gibt Ausnahmen :)
Im Allgemeinen finde ich allerdings, dass der durchschnittliche Inder (oder nur Mumbaiker? Ich denke aber eher alle Inder..) nicht besonders viel mitdenken und relativ egoistisch handeln. Auf der Straße wird mit 180 auf die rote Ampel zugefahren, kurz vorher extrem abgebremst und dann werden die 20 Autos, die noch vor einem stehen, angehupt. In einem Stau vor der roten Ampel. Äußerst nützlich.
Sehr gut fand ich auch den Inder, der sich über den unglaublich dreckigen Fluss beschwert hat. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, wie das passieren kann. Er selbst wirft an einem Tag nur wenig Müll rein, davon kann das ja umöglich so voll sein. Dass 14 Millionen Menschen in Mumbai leben, die alle das selbe machen, ist ihm wohl nicht in den Sinn gekommen. Und vor Allem nicht, dass er einen guten Teil dazu beiträgt.

Ja, das ist ein Fluss. Ich hab schon Straßenhunde darauf rumlaufen sehen.

Auf der Straße vor unserem Gebäude ist ein großer Platz, an dem täglich der Müll hingeworfen und abgeholt wird. Nicht schön, aber es funktioniert wenigstens halbwegs. Jetzt wurde ca 50m davor die "Straße" aufgerissen, um neue Stromleitungen oder sowas zu verlegen. Um zu dem Müllplatz zu kommen, muss man jetzt einen Umweg von (ungelogen!) 5m gehen. Was machen wir also? Wir werfen unseren Müll direkt vor die Baustelle, wo nie und nimmer ein Müllwagen hinfahren kann, weil das einfach zu viel Aufwand wäre den Weg zu gehen. Und was machen wir, wenn wir merken dass niemand mehr den Müll abholt? Richtig, anzünden.

Schmorender Müllhaufen vor der Baustelle. Auf Höhe der Rikshas im Hintergrund ist der normale Ablageplatz, der täglich aufgeräumt wird

Auch äusserst interessant: Wenn zwei Inder Händchen halten, ist das keineswegs schwul. Nein, es ist ein Ausdruck von tiefster Freundschaft. Auch wenn ich irgendwie bezweifle, dass es davon allzu viel gibt in Mumbai, wenn selbst in 10qm²-Wellblechbau mit 4 Familien 4 Satellitenschüsseln hat, damit man bloß dem Anderen nichts umsonst gibt... Aber wehe, man berührt seine Freundin in der Öffentlichkeit, dann wird man gleich angeschrien weil das absolut tabu ist. Und wenn keiner hinschaut, wird gegrabscht was das Zeug hält. Natürlich nur bei Fremden, niemals bei Leuten die man kennt. Das ist übrigens eine Art Nationalsport hier in Indien, hat sogar eine eigene Wikipedia-Seite: Wikipedia - Eve Teasing

Sich gegenseitig am kleinen Finger festhalten und dabei verspielt die andere Hand an den Gittern entlangschleifen: Nicht schwul...?
Und noch ein Bild ohne viel Kommentar, aber ich denke das spricht auch ganz gut für sich selbst:

Naja, wenigstens wissen sie welche Marken gut sind..
Ich freue mich wirklich auf das Rumreisen und ich mag Indien an sich auch wirklich ganz gern. Aber die Bevölkerung hier ist zu 95% unerträglich. Auf kurz oder lang glaube ich, dass das Land sich hier ganz flott selbst zerstören wird. Keine Ahnung wie die mal eine Hochkultur sein konnten.
Wie ich schon zu Teresa gesagt habe: Wenn die mal ihre Finger an Atomwaffen kriegen, werden sie die vermutlich direkt auf Pakistan abschießen und sich dann wundern, warum die Hälfte der indischen Kinder plötzlich drei Hände und vier Nasenlöcher haben.

Morgen gibts wahrscheinlich direkt wieder was neues, da morgen die Diwali-Party ist und da alle in traditionellen Klamotten kommen. Gutes Fotomaterial! Also, bis dahin!

Montag, 28. Oktober 2013

Odyssee und Jobinterview


Aaalso,

um alle ein bisschen mit der Jobsuche auf dem Laufen zu halten, hier noch ein kurzes Update zu meinem Interview, incl. Meiner Odyssee.

Wir hatten einen katastrophalen Tag gestern (Sonntag), in dem wir es nicht geschafft haben meine eventuelle Arbeitsstelle schon mal zu finden, weil auf einmal kein Taxifahrer mehr 3 Wörter Englisch konnte, geschweige denn wusste wie die nächste Straße heißt. Total frustriert wollten wir dann das Hard Rock Café Mumbai finden (wir haben zwar eins in unserem Wohnbezirk in Andheri, aber wer will schon ein Shirt wo Andheri draufsteht?). Allerdings gestaltet sich das ohne Internet schwierig (Patricks Sim Karte ist gesperrt, weil –lange Geschichte - … und das Internet unserer Nachbarn, das wir dauernd anzapfen funktioniert frei nach dem Motto rien ne va plus.)

Wir fahren also ins absolute Touristenviertel Colaba nach Südmumbai und fragen rum. Ganz blöde Idee. Es wird immer heißer und wir irren immer noch durch die Gegend, meine Schule nicht gefunden, das Hard Rock Café nicht gefunden, dafür aber einen Taxifahrer, der sein Taxameter schon seit 15 min laufen hat als wir einsteigen. Auf Patricks Hinweis, dass er das verdammte Dinge gefälligst auf Null stellen soll, schmeißt er uns wieder raus. Nichts lieber als das.

Irgendwann am Rande der Verzweiflung gabelt uns ein hilfsbereiter Inder auf, der uns in ein Café mit Internet/ Wifi bringt. Weil man dauernd um den allerletzten Cent betrogen wird in Indien, sind wir natürlich mega skeptisch. Zu Unrecht wie sich rausstellt, das Café ist nett und nicht soo teuer, es gibt außerdem auch tatsächlich eine Internetverbindung! Wir trinken erst mal ein Bier und teilen uns zum Frustabbau ein Stück Blueberry-cheesecake. Endorphine kommt zu uns!!!

Wenn man einmal jemanden trifft, der wirklich nett und ehrlich ist, hat man sofort ein schlechtes Gewissen was für ein misstrauischer Mensch man doch ist, aber leider muss man in Indien wirklich erst mal vom schlimmsten ausgehen und jeden Cent nachzählen, jedes Riksha und Taxameter überprüfen und niemals auf irgendwelche angeblichen Angebote eingehen.

Viel relaxter fahren wir dann mit dem Zug in das hinterletzte Viertel von Mumbai (weeer macht hier ein Hard Rock Café auf???) und essen etwas. Klimaanlage, ein echter Burger und bis auf gute Musik – Stille. Patrick und ich wollen hier wohnen bleiben… Völlig K.O. machen wir uns dann aber doch auf den Weg nach Hause. Also ab in den Zug. What a day….

Mein neues Shirt :-)
Rätselraten in Mumbai. Irgendwo zwischen der roten und der grünen Fläche liegt die DSB.

Deswegen war ich heute natürlich ein bisschen am Zittern ob ich dieses Gejuckel durch Mumbai auch wirklich allein schaffe und die DSB International School auch wirklich finde! Diesmal aber mit einer genauen Adresse gewappnet und einer wunderschön abgemalten Skizze von Googlemaps (Voll toll wenn man einen Drucker hätte), steige ich dann morgens in eine Riksha, die mich zum Bahnhof bringt. Von da benutze ich Patricks Bahnkarte um mir ein Ticket zu ziehen und versuche mich daran zu erinnern wie Patrick mir die Züge erklärt hat. Ich suche C wie Churchgate, und es muss ein F dahinter sein wie Fast Train, ich will nicht aus Versehen in die Bimmelbahn steigen. Jetzt noch ablesen an welchem Gleis die kommt und einen Haufen Frauen suchen, damit ich schön im Frauenabteil fahren kann. Wenn ich diesen Job kriegen sollte nehme ich mir ein First Class Abo. Dann Mumbai Central Station raus und ein Taxi finden. Ich hab dann auch gleich einen lustigen Taxifahrer, der mich für 40 Cent zu meiner angegebenen Straße bringt und mit mir ein bisschen rumscherzt ob ich Mumbai mag und was ich so mache.



Sobald ich die Straße wiedererkenne, lasse ich ihn anhalten und frage mich dann, wie genau ich eine Adresse finden soll, wenn hier kein Haus Hausnummern hat (Von Straßenschildern ganz zu schweigen). Ich entdecke dann aber relativ schnell, dass die Zahlen, die auf jede 4-6. Straßenlaterne geschrieben sind, ganz grob mit den Hausnummern passen könnten. Und so finde ich Bhulabhai Desai Road 76 und bin soweit es in Mumbai möglich ist, pünktllich J

Ich muss an zwei Wachmännern und einem elektronischen Drehkreuz mit Zahlencode vorbei und kriege ein Besucher-Anhänger um den Hals. Voll VIP hier. Die Schule ist ein lustiger Mix aus deutsch und englisch, überall hängen deutsche oder englische Poster übers Lernen, Verantwortungsbewusstsein etc. Herr Sina empfängt mich dann auch ziemlich zügig und wie das so ist in der Ferne, freut sich glaub ich jeder von uns einen Landsmann zu treffen.

Wir unterhalten uns dann auch wirklich nett, und stellen fest, dass wir aus der gleichen Region kommen. Ferdinand Sina war nämlich bis vor kurzem Schulleiter in Paderborn und wusste natürlich sofort was anzufangen mit der Uni Bielefeld. Die Welt ist klein…. Auf jeden Fall wollte er mal nachfragen, wie das aussieht mit Fahrtkostenerstattung und hat sich erstmal 5 Euro pro Tag als mein „Verdienst“ aufgeschrieben, wo er aber noch mal checken muss wo/ob die das so abrechnen können, was seeeehhhr cool wäre wenn das klappt. Er muss natürlich noch die jeweiligen Lehrer fragen ob das okay ist, damit die nicht das Gefühl haben, dass ich denen so ungefragt vor die Nase gesetzt werde… Wir plaudern noch eine Weile darüber was ihn und mich so nach Mumbai getrieben hat und was wir am deutschen Schulsystem noch verbesserungswürdig finden, scheinen aber auf alle Fälle schon mal auf einer Wellenlänge.


Ende der Woche soll ich dann bescheid kriegen ob das alles so in Ordnung ist. Ich hoffe sehr, dass sich da keiner quer stellt jetzt von den Indern etc, und dass ich bald bescheid bekomme, ob das alles so passt. Ich glaube er selbst war schon recht enthusiastisch. Also weiterhin Daumen drücken angesagt, Freitag spätestens weiß ich es genau.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Wochenendeeeee (Samstag)

Hallo Deutschland!


Inder stehen auf Bling Bling. Und zwar übelst.

Heute war ein bisschen Erholung angesagt, also sind wir erst mal zum Shoppen in die Infiniti Mall (ja die schreiben das so) nach Malad gefahren, was glaub ich noch weiter im Norden ist. Die war sehr groß, und tatsächlich haben wir auch zwei Tshirts für Patrick und eins für mich gefunden (nur 2,80 oder so in Euro J ). In Mumbai kann man Klamotten bis zum abwinken kaufen, besonders interessant finde ich immer die Herbst und Wintermode, die anscheinend frisch aus Europa oder den USA geliefert wurde. Wer trägt denn bei Durchschnittstemperatur 30 ° im Jahr einen Wintermantel in Mumbai?....


Patrick bei leckerer Limonade

Der erste Bissen schmeckt wie Jägersoße!!! :-) Die nächsten dann allerdings nicht mehr sooo....

Limonadenzeug

Eine unserer Mitbewohnerinnen ist im Shoppen deutlich kreativer als Patrick und ich. Ich glaube es gibt kein schwarz weißes Minikleid mehr in dieser Stadt, genauso wie alle indischen Schuhe in völlig absurden Höhen wahrscheinlich auf einem Haufen im Nebenzimmer bei uns liegen.

Eingebautes Taubenzimmer neben unserem Bad

Apropos Nebenzimmer! Wir haben festgestellt dass wir eine uns noch unbekannte Mitbewohnerin haben, in einem Zimmer in der Wohnung, das ein bisschen…. anders ist. Neben unserer Toilette haben wir einen Raum, so groß wie eine Abstellkammer, oder ein zweites kleines Bad. Es gibt da keine Tür, dieses Zimmer ist komplett eingemauert. Allerdings gibt es ein eingemauertes Fenster, durch das wir in das Zimmer gucken können, und siehe da: Eine Taube hat sich dort ein Nest gebaut und sitzt immer so halb neben ihrem Ei. (Das andere hat sie schon in die letzte Ecke verbannt.) Und da behauptet man, in Mumbai sei Platzmangel, wir haben sogar Zimmer für Tauben. Für Namensvorschläge sind wir übrigens offen J

Jap. Das ist sie.

Nach unserer Shoppingtour dachten wir, wir gönnen uns zum Abschluss noch mal was und sind in einen kleinen Thai-Wellness Laden gegangen, wo wir beide uns erst mal 15 Minuten Fischpediküre (jaaaaa, wo tausend kleine Fische einem die Füße abknabbern) und dann eine richtige Pediküre mit Massage und Peeling und so nem Zeug. Hat etwas über 4 Euro gekostet. Die Fische haben mega gekitzelt, ich bin fast gestorben vor unterdrücktem Lachen, aber nach der ganzen Behandlung haben sich unsere Füße laut Patrick fabulös angefühlt. Ich stimme da zu.

Iiiiiiiihhhhh!!!


Unser Internet ist übrigens immer noch eine Qual. Der Typ von der Firma bei denen wir das bestellt haben und der uns das am Donnerstag installieren wollte, war natürlich nicht da. Ich heuchle Überraschung. 


Wenigstens verkünden sie die schlechte Botschaft mit einem T-Rex.


Teresa in einer niedlichen Szenebar bei uns um die Ecke

Patrick wie er durch die Tür dieser Bar geht.... Sie heißt sehr treffend: Little Door :-)
So ihr Lieben, jetzt hab ich es trotz diverser Probleme geschafft zu Posten! Bis hoffentlich ganz bald, soweit das Internet das zulässt :-)

Liebe Grüße an Alle!

Mittwoch, 23. Oktober 2013

WG Leben, Jobsuche & co

Halloooo

ui ein ganz kleines bisschen verkatert nach 2 1/2 Bier. Das ist hier irgendwie Starkbier und dübelt schon recht ordentlich. Gestern war es wirklich wieder ein bunter Abend bei uns in der WG und mit der WG uns gegenüber, die hier alle einfach ein und ausgehen :-)
Das ist eigentlich ganz lustig, unsere Türen sind immer offen und wir holen immer Trinkwasser bei denen, weil die einen Filter haben und die haben im Moment keinen funktionierenden Kühlschrank und stauen teilweise ihre Sachen bei uns. Also sitzen wir mit Leuten aus Polen, Brasilien, Ägypten, Schottland, Deutschland, etc  und diskutieren bei einem Bierchen darüber ob es sowas wie wahre Liebe gibt. So hab ich mir das schon eher vorgestellt :-)
Lecker Eisvogelbier. 

Ich habe übrigens den besten Freund auf der Welt, der sich auf der Arbeit extra zwei Cupcakes bestellt um mir einen abends mitzubringen. (Ich finde er hat auch eine ganz nette Freundin, er wurde mit einem Bananen-milchshake begrüßt)

Omnomnom.... Er war mega klein, hat aber mindestens n Kilo gewogen. Zauberei....und super köstlich.
Um mal zu meiner Arbeitsstelle zu kommen. Irgendwie denken ja alle in Deutschland, dass wenn man am Wochenende kündigt, hier in Indien über die Buschtrommel das weitergesagt wird und die Jobangebote ins Haus flattern und man dann bestenfalls Montag ne neue Stelle hat. Liebe Leute - das hier ist nicht Deutschland! Und ich bin auch gar nicht finanziell abhängig von solchen ehrenamtlichen Organisationen, da die mir eh kein Geld geben und ich hatte auch nicht fünf andere Stellen als Plan B sicher. Außerdem, und jetzt wird wahrscheinlich jeder AIESECer ein bisschen wissend lächeln, ist die Wahrscheinlichkeit, dass in Indien dein Job nicht das ist was man dir versprochen hat, nicht sooo unglaublich gering, dass ich aus allen Wolken fallen könnte. 

Also erstmal alle beruhigen bitte. Ich sitze hier nicht depressiv in der Ecke weil ich jetzt nicht Callcenter spielen darf und ich kann nicht innerhalb von ein bis zwei Tagen einen neuen Job aus dem Hut zaubern.

Oder doch? :-D

Zumindest hat sich auf meine Bewerbungen an alle möglichen Schulen in Mumbai eine gemeldet. OH WUNDER - es ist eine deutsche Schule in Mumbai. Die ganzen indischen stellen sich tot. Patrick hat schon ganz richtig beobachtet, dass die erstmal allein 3 Wochen brauchen um meine Mail mit Bewerbung und Lebenslauf zu öffnen... Der Schulleiter der Deutschen School of Bombay oder DSB International School hat mir zumindest zurückgeschrieben und meinte die wären ja ganz schön dumm, wenn die sich mein Angebot da als Praktikantin zu arbeiten entgehen lassen würden :-) DAS wollt ich hören!

Also am Montag den 28 um 11 Uhr soll ich mich da erstmal vorstellen. Das muss einfach klappen. Leider ist der Weg wieder sehr weit, weil natürlich alles was Kohle hat in Mumbai im Süden ansiedelt -.- Egal, wenn ich schon jeden Tag quer durch Mumbai reise, dann nur für n guten Job. Als denkt dran: Montag ist Daumen drücken angesagt. 

So sieht dagegen unsere Wohngegend in Nordmumbai, Andheri West aus

Evershine Cosmic klingt super :-D Ist aber leider nur eine Shoppingmall, die nie fertig gestellt wurde,
weil die Bauer dieser Mall nicht damit gerechnet haben, dass keine gepflasterte Straße dort hinführen wird.

Und über diesen Dreckweg will halt niemand zum Shoppen fahren. Außerdem ist da auch noch ein kleiner Slum im Weg. Also wurde es zu Wohnraum umfunktioniert.
Sooo das wars jetzt erstmal von mir. Heute Abend hole ich Patrick ab und wir gehen irgendwo bei seiner Arbeit essen :-)
Liebe Grüße aus Mumbai!!

Samstag, 19. Oktober 2013

Ein Besuch in Südmumbai


Da ich es doch noch geschafft habe, Teresa wieder in einen von diesen Todeszügen zu bewegen, haben wir uns heute Südmumbai bzw. Colaba genauer angesehen. Colaba ist das Touristenviertel mit den bekannten Sightseeing-Spots CST (Victoria Terminus), Gateway of India und dem Taj Hotel. Von CST und Taj habe ich leider keine schönen Fotos machen können, da entweder die Umgebung so krass zugebaut ist, dass man schon ein Extrem-Weitwinkelobjektiv bräuchte (CST) oder es einfach so versmogt ist, dass man das Gebäude hinter der Wolke kaum erkennen kann (Taj).

Da ich mehr der Fotobeauftragte und Teresa mehr die Quatschtante ist, belasse ich es auch mal wieder bei einem "Der Tag war ganz schön" und erkläre mich lieber in den Bildunterschriften :)

Rikschapassagiere
Rikschafahrer
Schlimmer als die Chinesen. Spielt sogar die gleiche Tonfolge :)
Teresa und das Gateway of India
Das Gateway of India ohne Teresa
Teresa am Marine Drive
Patrick am Marine Drive
Patrick tut professionell
Und isst eine indische Chili con Carne-Variante